Die grandMA3 full-size ist das Flaggschiff der Reihe — für die größten Rigs und anspruchsvollsten Produktionen. Teil der grandMA3-Reihe; Gesamtrahmen im Profi-Ratgeber.
Wofür die full-size steht
Maximale Bedienoberfläche und Leistung: zahlreiche Fader und Encoder, mehrere Touchscreens, integrierter 3D-Visualizer, native GDTF-Unterstützung.
Für wen?
Große Tourneen, Festivals, Broadcast. Kleinere Setups fahren meist besser mit light oder compact.
Einsatzszenarien für die full-size
Die full-size ist das Werkzeug für die ganz großen Aufgaben: Stadion- und Arena-Tourneen, Festival-Hauptbühnen, aufwändige Fernsehproduktionen und Shows mit sehr vielen Moving Heads, Effekten und Video-Anbindung. Wo mehrere Operator parallel arbeiten oder wo Sie in Echtzeit auf eine Band reagieren, zahlt sich die maximale Zahl direkt zugänglicher Fader, Encoder und Executor aus — Sie haben mehr Bedienelemente gleichzeitig „unter den Fingern“ und müssen seltener durch Menüs blättern. Für kleinere Rigs ist dieser Vorteil weniger relevant.
full-size im Vergleich zur light und compact
Entscheidend: Der Funktionsumfang ist bei allen grandMA3-Pulten identisch — dieselbe Software, dasselbe Show-Format. Die light bietet dieselben Möglichkeiten auf kleinerer Fläche und ist auf Tournee weiter verbreitet, weil sie leichter zu transportieren ist. Die compact geht noch einen Schritt kompakter. Sie zahlen bei der full-size also nicht für mehr Leistung im Sinne der Software, sondern für mehr direkte Bedienfläche und Ausbaumöglichkeiten. Wer die Show ohnehin am onPC vorbereitet, kann die volle Rechenkraft auch auf kleineren Pulten abrufen.
Workflow und Ökosystem
Wie die gesamte grandMA3-Reihe arbeitet die full-size mit integriertem 3D-Visualizer und nativer GDTF/MVR-Unterstützung, sodass Sie Rigs aus der Planung übernehmen. Über Art-Net und sACN treibt sie große Universenzahlen; die genaue Grenze richtet sich nach Ausbau und Lizenz. Für den Transport eines so großen Pults sind ein robustes Flightcase und sauberes Zubehör Pflicht.
Die Bedienoberfläche im Detail
Der eigentliche Grund für eine full-size ist die schiere Menge an direkt zugänglichen Bedienelementen: viele motorisierte Fader, zahlreiche Executor-Tasten und mehrere große Touchscreens. In der Praxis heißt das, dass Sie mehr Playbacks, Gruppen und Paletten gleichzeitig „auf der Oberfläche“ halten, ohne durch Seiten und Menüs zu blättern. Bei einer schnellen, reaktiven Show mit vielen parallelen Zugriffen ist das der entscheidende Unterschied — Sie greifen zu, statt zu suchen. Für kleinere Rigs bleibt dieser Vorteil ungenutzt, weshalb dort eine light meist die klügere Investition ist.
Mehrere Operator, Sessions und Redundanz
Große Produktionen fahren selten mit nur einem Pult. Die full-size lässt sich in eine Session mit weiteren grandMA3-Geräten einbinden: Ein Operator übernimmt die konventionellen Washes, ein zweiter die Moving Heads, ein drittes Pult läuft als Tracking-Backup mit. Fällt eine Konsole aus, geht die Show weiter. Diese Skalierbarkeit nach oben ist ein Kernargument für die full-size auf Tourneen und im Broadcast, wo ein Ausfall keine Option ist.
Ab welcher Größe lohnt sie sich?
Eine einfache Faustregel: Solange ein einzelner Operator sein Rig bequem auf einer light oder compact überblickt, brauchen Sie die full-size nicht. Sinnvoll wird sie, wenn die Zahl der Fixtures, die Komplexität der Effekte und die parallele Bedienung so wachsen, dass Ihnen auf kleineren Pulten schlicht die Fläche ausgeht. Wer knapp plant, findet die full-size auch gebraucht im großen MA-Markt.
Anschlüsse, Ausbau und Broadcast-Einsatz
Die full-size bietet nicht nur mehr Bedienfläche, sondern auch den umfangreichsten Anschlussbereich der Reihe — mehrere Netzwerkports, DMX-Ausgänge, Ethernet für Art-Net/sACN sowie Anschlüsse für externe Bildschirme und Eingabegeräte. Gerade im Broadcast und auf großen Tourneen zählt diese Ausstattung: Hier laufen viele Universen parallel, mehrere Operator teilen sich eine Session, und ein Backup-Pult muss sauber eingebunden werden. Weil die full-size häufig auf technischen Ridern steht, finden Sie an großen Spielstätten meist ein kompatibles Gerät und geschultes Personal vor — ein logistischer Vorteil, der die Investition über die reine Bedienfläche hinaus rechtfertigt.
Häufige Fragen
Lohnt sich die full-size für ein mittleres Rig?
Meist nein — für mittlere Produktionen genügt die light oder compact bei gleichem Funktionsumfang. Die full-size lohnt sich, wenn Sie die zusätzliche direkte Bedienfläche wirklich nutzen.
Kann ich Shows zwischen full-size und light austauschen?
Ja, alle grandMA3-Pulte teilen dasselbe Show-Format — eine Datei läuft ohne Umbau auf jedem Modell der Reihe.
Was kostet eine grandMA3 full-size?
Günstiger geht es gebraucht.
Bildnachweis: MA Lighting
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