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Kategorie: Lichtpulte & DMX-Controller

Alle unsere Beiträge zu Lichtpulten und DMX-Controllern: vom Einstieg (Eurolite, ChamSys QuickQ) über Lichtmischpulte für Theater und Schule (ETC Eos, Zero 88 FLX) bis zu den Tour-Referenzen (grandMA3, MagicQ MQ500M, Avolites Diamond). Jeder Beitrag nennt Kapazität, Workflow, Netzwerk (Art-Net, sACN, RDM), Preise und eine Le-Faisceau-Note.

  • Avolites Lichtpult: Diamond, Arena, Tiger Touch II und D3

    Avolites Lichtpult: Diamond, Arena, Tiger Touch II und D3

    Avolites steht seit Jahrzehnten für Lichtpulte, die vor allem im Live-Bereich geschätzt werden: schnelles Busking, direkte Fader-Arbeit, eine Oberfläche, die auf spontanes Fahren ausgelegt ist. Mit der Übernahme durch Robe und einer deutlich erneuerten Produktpalette hat sich die Marke in den letzten Jahren neu aufgestellt. Dieser Artikel ordnet die aktuellen Titan-Pulte ein – als Analyse auf Basis von Herstellerangaben und Anwenderfeedback.

    Avolites Diamond 9-215
    Foto: Avolites

    Avolites: Herkunft und Eigentümer

    Avolites wurde 1976 gegründet und sitzt in Park Royal, London. 1991 folgte ein Management-Buy-out, am 6. Juni 2023 übernahm Robe Lighting das Unternehmen vollständig. Seitdem sind Pulte und Mediaserver von Avolites Teil desselben Konzerns wie die Robe-Scheinwerfer – ein Punkt, der für Verleiher mit Robe-Parks interessant sein kann, auch wenn die Pulte selbstverständlich herstellerunabhängig jedes DMX-Gerät steuern.

    Titan: ein Betriebssystem für alle Pulte

    Alle aktuellen Avolites-Pulte laufen mit dem Betriebssystem Titan. Das Online-Handbuch dokumentiert derzeit die Version 19.0. Wie bei ChamSys gilt: Wer ein Titan-Pult beherrscht, findet sich auch auf den anderen Modellen der Marke zurecht. Anwender schätzen an Titan vor allem die Ausrichtung auf Playback-Fader, die beim Busking den direkten Zugriff erleichtert.

    Neben den Pulten listet Avolites auch die mobile Lösung Titan Mobile sowie die kompakten Modelle T1, T2 und T3.

    Die aktuellen Avolites-Pulte

    Diamond 9 (D9-330 und D9-215)

    Die 2021 vorgestellte Diamond-9-Serie ist die Spitze der Avolites-Palette. Die D9-330 bietet 30+2 Fader von Penny & Giles, drei 15,6-Zoll-Touchscreens plus drei 4,3-Zoll-Displays und 70 Encoder – bei einem Gewicht von 68 kg ein klares Großproduktionspult. Die D9-215 ist mit 15+2 Fadern und zwei 15,6-Zoll-Bildschirmen die kleinere Variante und wiegt 54 kg. Andere Diamond-9-Varianten gibt es nicht.

    Diamond 7 (D7-330 und D7-215)

    Die Diamond-7-Serie wurde 2024 vorgestellt und ist eine aktuelle Pultgeneration, kein älteres Modell. Die D7-330 hat 30 motorisierte Fader und drei 14-Zoll-Bildschirme bei 24,5 kg. Sie ist damit deutlich leichter als die D9-330 und für Tourneen interessant, bei denen Gewicht und Frachtkosten zählen. Die D7-215 ergänzt die Serie als kleineres Modell.

    Arena

    Die Arena ist ein Fader-Pult im klassischen Sinn: 40 nicht motorisierte Fader, ein 15,6-Zoll-Hauptbildschirm plus 7-Zoll-Display, 8 DMX-Ausgänge und 16 Universen über Art-Net und sACN, erweiterbar mit TitanNet Processors. Sie wiegt 23 kg. Sie spricht vor allem Anwender an, die viele Playbacks physisch vor sich haben möchten. Den allgemeinen Marktüberblick bietet unser Ratgeber Lichtpult kaufen.

    Tiger Touch II

    Das Tiger Touch II ist seit Jahren eines der bekanntesten Avolites-Pulte. Es bietet einen 15,6-Zoll-Touchscreen, 4 DMX-Ausgänge und 16 Universen – mit TitanNet Processors bis zu 64. Mit 15,2 kg ist es ein kompaktes, gut transportables Pult für Events und kleinere Tourneen.

    D3-Serie (D3-010 und D3-110)

    Die 2025 eingeführte D3-Serie bildet den kompakten Einstieg in Titan. Die D3-110 verarbeitet 24 Universen, hat einen 12,1-Zoll-Bildschirm und 10 Fader und wiegt nur 8,7 kg. Die D3-010 ergänzt die Serie.

    Vergleich der wichtigsten Modelle

    Modell Fader Bildschirme Universen Gewicht
    D9-330 30+2 (Penny & Giles) 3 × 15,6 + 3 × 4,3 Zoll – 68 kg
    D9-215 15+2 2 × 15,6 Zoll – 54 kg
    D7-330 30 motorisiert 3 × 14 Zoll – 24,5 kg
    Arena 40, nicht motorisiert 15,6 + 7 Zoll 16 (mit TitanNet Processors mehr) 23 kg
    Tiger Touch II – 15,6 Zoll 16 (bis 64 mit TitanNet Processors) 15,2 kg
    D3-110 10 12,1 Zoll 24 8,7 kg

    Ein Strich bedeutet, dass der Hersteller den Wert auf der Produktseite nicht in dieser Form angibt. Preise für Avolites-Pulte nennen wir hier bewusst nicht: Sie sind auf Anfrage beim Fachhandel erhältlich und variieren je nach Ausstattung und Paket.

    Mediaserver und weitere Produkte

    Avolites ist nicht nur Pulthersteller. Die Marke bietet auch Mediaserver an, darunter Q3, Q3pro und Qgen, sowie AvoKey. Außerdem listet Avolites weiterhin die Sapphire Touch und die Quartz. Wichtig zur Einordnung: Avolites hat nie d3/disguise übernommen – die Namensähnlichkeit mit der D3-Pultserie führt gelegentlich zu Verwechslungen.

    Avolites im Vergleich zu ChamSys, MA und Hog

    Im Live-Segment konkurriert Avolites vor allem mit ChamSys, grandMA3 und den Hog-Pulten von ETC. Grob lässt sich sagen:

    • Avolites punktet bei Anwendern, die viel über Fader und spontan fahren.
    • ChamSys bietet mit dem kostenlosen MagicQ PC den günstigsten Einstieg in die Software – mehr dazu im Überblick ChamSys-MagicQ-Lichtpulte.
    • grandMA3 ist auf großen Produktionen häufig im Rider gefordert – siehe grandMA3: alle Modelle.
    • Hog hat eine treue Anhängerschaft im Konzertbereich – siehe Hog-Lichtpulte heute.

    Welche Arbeitsweise Ihnen liegt, klären Sie am besten mit der jeweiligen Offline-Software, bevor Sie Hardware kaufen. Eine Übersicht der kostenlosen Programme finden Sie im Artikel kostenlose Lichtpult-Software.

    Welches Avolites-Pult passt zu Ihnen?

    • Kleine Events, Clubs, Einstieg: D3-110 – leicht, 24 Universen, volle Titan-Umgebung.
    • Events und kleinere Tourneen: Tiger Touch II, mit Option auf mehr Universen über TitanNet Processors.
    • Viele direkte Fader ohne Motoren: Arena.
    • Tourneen mit Gewichtsbudget: D7-330.
    • Großproduktionen: D9-215 oder D9-330.

    Worauf Sie beim Kauf achten sollten

    Bevor Sie sich für ein Modell entscheiden, lohnt ein nüchterner Blick auf den tatsächlichen Bedarf:

    • Universen: Zählen Sie die Kanäle Ihres Rigs im gewünschten DMX-Modus und planen Sie Reserve ein. Die Grundlagen dazu erklärt unser Artikel DMX512 erklärt.
    • Motorisierte Fader: Wer viele Seiten und Cue-Listen nutzt, profitiert von Motorfadern, die beim Seitenwechsel ihre Position übernehmen. Die Arena verzichtet bewusst darauf.
    • Gewicht und Transport: Zwischen der D3-110 mit 8,7 kg und der D9-330 mit 68 kg liegen Welten – auch beim Flightcase und bei den Frachtkosten.
    • Rider und Personal: Klären Sie, welche Pulte Ihre Operatoren beherrschen und welche in den Ridern Ihrer Kunden stehen.

    Le Faisceau Bewertung — Avolites-Lichtpulte

    Bewertet nach unserer Le-Faisceau-Methode (Kapazität 25 % · Programmierung und Workflow 30 % · Ökosystem und Netzwerk 15 % · Preis-Leistung 20 % · Zuverlässigkeit und Support 10 %). Technische Daten und Preise stammen von den Herstellerseiten und dem Fachhandel.

    Pult Kapazität Workflow Ökosyst. P/L Zuverl. Gesamt /5
    Avolites Diamond 9-330 4.9 4.6 4.4 3.6 4.6 4.4 ★★★★½
    Avolites Arena 4.0 4.6 4.4 4.1 4.5 4.3 ★★★★½
    Avolites Tiger Touch II 💰 Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis 4.2 4.6 4.4 4.3 4.5 4.4 ★★★★½

    💰 Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis : Avolites Tiger Touch II — beste Preis-Leistungs-Achse (4.3/5).

    Fazit

    Avolites hat seine Palette unter dem Dach von Robe klar strukturiert: Diamond 9 für die großen Bühnen, Diamond 7 als leichtere Tourlösung, Arena und Tiger Touch II für Events und die D3-Serie als kompakter Einstieg. Alle Pulte teilen das Betriebssystem Titan, was Umstiege innerhalb der Marke erleichtert. Wer vor allem live und spontan fährt, sollte Avolites unbedingt in die engere Wahl nehmen.

    Häufige Fragen

    Wem gehört Avolites?

    Avolites wurde 1976 gegründet und am 6. Juni 2023 vollständig von Robe Lighting übernommen. Der Sitz ist Park Royal in London.

    Welches Betriebssystem nutzen Avolites-Pulte?

    Alle aktuellen Avolites-Pulte laufen mit Titan. Das Online-Handbuch dokumentiert derzeit die Version 19.0.

    Ist die Diamond 7 ein älteres Modell als die Diamond 9?

    Nein. Die Diamond 9 kam 2021, die Diamond 7 wurde 2024 vorgestellt und ist eine aktuelle, leichtere Pultgeneration.

    Wie viele Universen hat das Tiger Touch II?

    Das Tiger Touch II verarbeitet 16 Universen direkt und bis zu 64 mit TitanNet Processors. Es hat 4 DMX-Ausgänge und wiegt 15,2 kg.

    Quellen — Avolites – Produktübersicht, Avolites Tiger Touch II, Avolites Arena, Avolites D9-330, Wikipedia: Avolites.

  • Hog Lichtpult heute: Tour Hog, Stage Hog, Flex Hog und Hog 4

    Hog Lichtpult heute: Tour Hog, Stage Hog, Flex Hog und Hog 4

    Hog-Pulte haben im Konzert- und Tourbereich eine lange Tradition. Wer heute nach einem Hog sucht, stößt allerdings auf zwei Welten: die aktuelle Pultfamilie von ETC mit Tour Hog, Stage Hog und Flex Hog – und die große Zahl gebrauchter Hog-4-Pulte, die nicht mehr im Katalog stehen. Dieser Artikel sortiert beides und zeigt, was Sie heute neu kaufen können. Grundlage sind Herstellerangaben und Anwenderfeedback.

    ETC Tour Hog
    Foto: ETC

    Von High End Systems zu ETC

    Hog war lange die Pultmarke von High End Systems. Barco übernahm High End Systems 2008, im April 2017 kaufte ETC das Unternehmen von Barco. Heute leitet highend.com auf etcconnect.com weiter, und die Hog-Pulte werden bei ETC neben den Familien Eos und ColorSource geführt. Wer die Eos-Welt kennt, findet dazu unseren Überblick ETC Eos.

    Die aktuelle Hog-Familie

    ETC bezeichnet die aktuelle Linie als Hog-5-Generation. Alle Pulte laufen mit Hog OS und verarbeiten 64 Universen über DMX, sACN und Art-Net. Die Unterschiede liegen in Bildschirmen, Größe und Gewicht.

    Tour Hog

    Das Tour Hog ist das Flaggschiff: ein schwenkbarer 23,8-Zoll-Multitouch-Bildschirm, dazu zwei 12,5-Zoll-Dashboards, 10 motorisierte Master-Playbacks mit RGB-Hintergrundbeleuchtung und 4 DMX-Ausgänge (5-polig XLR). Das Pult wiegt 35 kg.

    Stage Hog

    Das Stage Hog verzichtet auf den großen Hauptbildschirm und setzt auf zwei 12,5-Zoll-Dashboards plus sechs Funktionstasten-Displays. Es bietet ebenfalls 10 motorisierte Master-Playbacks und 4 DMX-Ausgänge, wiegt aber nur 21 kg – ein interessanter Kompromiss für Produktionen, bei denen der Platz am FOH knapp ist.

    Flex Hog

    Das Flex Hog ist das kompakteste Pult der Familie: sechs farbige Funktionstasten-Displays, externe Monitore werden unterstützt, 10 motorisierte Master-Playbacks, 4 DMX-Ausgänge und 12,3 kg Gewicht. Trotz der geringen Größe stehen auch hier 64 Universen zur Verfügung.

    Gig Hog, Tour Wing und HPU+

    Ergänzt wird die Familie durch Wings und einen Prozessor:

    • Gig Hog: ein Wing mit 2 DMX-Ausgängen und 5,4 kg, nur für externe Monitore. Am kostenlosen Hog PC schaltet es 12 Universen frei, an einer HPU/HPU+ sind es 64.
    • Tour Wing: 10 motorisierte Playbacks, 4 DMX-Ausgänge, 9,6 kg; ebenfalls 12 Universen an Hog PC und 64 mit HPU/HPU+.
    • HPU+: der Hog-Prozessor im 2-HE-Format mit 64 Universen (erweiterbar mit weiteren HPU-Einheiten), 8-Zoll-Multitouch-Display und 8 DMX-Ausgängen.

    Übersicht: aktuelle Hog-Modelle

    Modell Universen Bildschirme DMX-Ausgänge Gewicht
    Tour Hog 64 23,8 Zoll + 2 × 12,5 Zoll 4 35,0 kg
    Stage Hog 64 2 × 12,5 Zoll + 6 Tastendisplays 4 21,0 kg
    Flex Hog 64 6 Tastendisplays, externe Monitore 4 12,3 kg
    Gig Hog (Wing) 12 an Hog PC / 64 an HPU externe Monitore 2 5,4 kg
    Tour Wing 12 an Hog PC / 64 an HPU – 4 9,6 kg
    HPU+ 64, erweiterbar 8 Zoll 8 6,8 kg

    Preise für die Hog-Pulte erhalten Sie auf Anfrage beim Fachhandel.

    Hog PC: kostenlos einsteigen

    Hog PC ist ein kostenloser Download. Damit können Sie Shows offline vorbereiten und die Bedienung lernen. Für den Live-Einsatz kombinieren Sie Hog PC mit Hardware wie Gig Hog oder Tour Wing: Beide schalten an Hog PC jeweils 12 Universen (6 144 Adressen) frei und bringen physische Bedienelemente mit. Auch der ETCnomad-Schlüssel von ETC schaltet Hog PC frei. Wie sich Hog PC gegen MagicQ PC, grandMA3 onPC und Onyx schlägt, zeigt unser Vergleich kostenlose Lichtpult-Software.

    Hog 4: nur noch Gebrauchtmarkt

    Die gesamte Hog-4-Familie ist Legacy. Das betrifft Hog 4-18, Full Boar 4, Road Hog 4, HedgeHog 4, Hoglet 4, Hog 4 PC, die alte HPU und die Widgets. Diese Geräte stehen nicht mehr im aktuellen ETC-Katalog und sollten nicht als Neuanschaffung eingeplant werden.

    Auf dem Gebrauchtmarkt sind Hog-4-Pulte dennoch präsent. Wenn Sie ein solches Pult in Betracht ziehen, beachten Sie:

    • Ersatzteile und Service: Klären Sie vor dem Kauf mit Ihrem Händler, welche Unterstützung für Legacy-Geräte noch verfügbar ist.
    • Kompatibilität: Laut ETC sind ältere Hog-3- und Hog-4-Wings und -Widgets nicht mit Computern kompatibel, die Arm-Prozessoren verwenden.
    • Zukunftssicherheit: Die Weiterentwicklung findet auf Hog OS und der aktuellen Hardware statt.

    Allgemeine Tipps zum Gebrauchtkauf – Zustand der Fader, Displays, Anschlüsse – gelten für Hog genauso wie für andere Marken. Einige Punkte dazu finden Sie in unserem Ratgeber grandMA3 gebraucht kaufen.

    Umstieg von Hog 4 auf die aktuelle Generation

    Wer heute noch ein Hog-4-Pult betreibt, steht früher oder später vor der Frage des Umstiegs. Die Bedienphilosophie bleibt Hog – wer mit Hog 4 gearbeitet hat, findet sich auf den neuen Pulten deutlich schneller zurecht als auf einem System eines anderen Herstellers. Klären Sie vor dem Wechsel mit Ihrem Händler oder direkt mit ETC, wie sich bestehende Showfiles übernehmen lassen, und testen Sie Ihre Shows vorab in Hog PC. So vermeiden Sie Überraschungen bei der ersten Produktion auf der neuen Hardware.

    Für wen ist ein Hog heute die richtige Wahl?

    Hog-Pulte werden im Live-Bereich geschätzt, besonders von Operatoren, die mit dem Hog-Workflow groß geworden sind. Die aktuelle Familie bietet mit 64 Universen pro Pult genug Reserve für die meisten Tourneen und Events.

    • Tour Hog: große Produktionen, bei denen ein großer Hauptbildschirm am Pult gewünscht ist.
    • Stage Hog: gleiche Rechenleistung bei weniger Gewicht und Platzbedarf.
    • Flex Hog: kompakte Lösung für kleinere Regieplätze, mit externen Monitoren.
    • Gig Hog oder Tour Wing mit Hog PC: preisbewusster Einstieg mit 12 Universen.

    Im direkten Wettbewerb stehen vor allem ChamSys, Avolites und grandMA3. Einen Vergleich der Alternativen finden Sie in unseren Artikeln zu ChamSys MagicQ und Avolites, den Gesamtmarkt im Ratgeber Lichtpult kaufen.

    Fazit

    Hog lebt unter dem Dach von ETC weiter – mit einer neuen Pultgeneration, Hog OS und 64 Universen in allen drei Konsolen. Wer heute neu kauft, wählt zwischen Tour Hog, Stage Hog und Flex Hog oder startet günstig mit Hog PC und einem Wing. Die Hog-4-Pulte bleiben ein Thema für den Gebrauchtmarkt: nutzbar, aber ohne Zukunft im aktuellen Katalog.

    Häufige Fragen

    Werden Hog-4-Pulte noch hergestellt?

    Nein. Die gesamte Hog-4-Familie, darunter Hog 4-18, Full Boar 4, Road Hog 4 und HedgeHog 4, ist Legacy. Aktuell sind Tour Hog, Stage Hog und Flex Hog.

    Wie viele Universen haben die aktuellen Hog-Pulte?

    Tour Hog, Stage Hog und Flex Hog verarbeiten jeweils 64 Universen über DMX, sACN und Art-Net. Gig Hog und Tour Wing schalten an Hog PC 12 Universen frei, an einer HPU/HPU+ 64.

    Ist Hog PC kostenlos?

    Ja, Hog PC ist ein kostenloser Download von ETC. Mit Gig Hog, Tour Wing oder einem ETCnomad-Schlüssel wird es für den Live-Einsatz freigeschaltet.

    Wer stellt Hog-Pulte her?

    ETC. Das Unternehmen kaufte High End Systems im April 2017 von Barco, das die Firma seit 2008 besessen hatte.

    Quellen — ETC – Hog Tech Specs, ETC – Hog-Familie, ETC – ETCnomad, Wikipedia: High End Systems.

  • Lichtpult-Software kostenlos: MagicQ, onPC, ONYX, Hog PC, Eos

    Lichtpult-Software kostenlos: MagicQ, onPC, ONYX, Hog PC, Eos

    Alle großen Pulthersteller bieten ihre Software inzwischen kostenlos zum Download an. Der Haken liegt im Detail: Manche Programme geben ohne Hardware überhaupt kein DMX aus, andere sind nur auf ein Universum beschränkt, wieder andere liefern gleich 64 Universen. Dieser Vergleich zeigt, was die fünf wichtigsten kostenlosen Lichtpult-Programme tatsächlich können – auf Basis der Herstellerangaben.

    MA Lighting grandMA3 onPC command wing
    Foto: MA Lighting

    Wofür kostenlose Pultsoftware taugt

    Grundsätzlich gibt es drei Einsatzzwecke:

    • Lernen: Die Bedienung eines Pultsystems kennenlernen, ohne Hardware zu kaufen.
    • Offline-Programmierung: Shows vorbereiten und später auf das echte Pult übertragen.
    • Live-Betrieb: Eine Anlage direkt vom Rechner aus steuern – hier trennen sich die Angebote deutlich.

    Für den dritten Punkt ist entscheidend, ob und wie viele Universen die Software ohne Zusatzhardware ausgibt. Allgemeines zu PC-basierten Lösungen finden Sie im Ratgeber DMX Controller Software für Profis.

    ChamSys MagicQ PC

    MagicQ PC/Mac ist das großzügigste Angebot im Feld. Auch ohne ChamSys-Hardware läuft die Software im Demo-Modus mit vollem Programmier- und Playback-Umfang und gibt bis zu 64 Universen über Art-Net und sACN aus. Nur einige Remote- und Automationsfunktionen sind ohne Hardware gesperrt.

    Für kleine und mittlere Installationen reicht damit ein Rechner mit einem Art-Net- oder sACN-Node. Shows lassen sich später auf jedes MagicQ-Pult übertragen. Die Pultfamilie stellen wir im Überblick ChamSys-MagicQ-Lichtpulte vor.

    grandMA3 onPC

    Die grandMA3-onPC-Software ist kostenlos und läuft unter Windows und macOS. Sie bietet die volle Programmierumgebung von grandMA3 und ist damit ideal, um das System zu lernen und Shows vorzubereiten. DMX gibt sie allerdings nur aus, wenn grandMA3-onPC-Hardware angeschlossen ist.

    Der günstigste Weg zur Ausgabe ist ein DMX-Key: Der DMX-Key (USB-C, 2 DMX-Ausgänge) schaltet 4 096 Parameter frei, der DMX-Key starter 1 024 Parameter. Alle onPC-Nodes ermöglichen ebenfalls 4 096 Parameter und sprechen MA-Net3, MA-Net2, sACN und Art-Net. Details lesen Sie im Artikel grandMA3 onPC und Software.

    Obsidian ONYX

    ONYX von Obsidian (einer Marke von Elation) läuft unter Windows 10 und 11 (64 Bit). Die kostenlose Lizenz schaltet Universum 1 über Art-Net und sACN frei – ausreichend für kleine Anlagen oder zum Lernen. Mehr Universen gibt es über die kostenpflichtigen Lizenzstufen Essential, Premier und Elite, insgesamt bis zu 128 Universen. Die zugehörigen Pulte beschreiben wir im Artikel Obsidian NX1-16 und Onyx.

    Hog PC

    Hog PC ist ebenfalls ein kostenloser Download von ETC. Für den Live-Betrieb wird es mit Hardware kombiniert: Gig Hog und Tour Wing schalten an Hog PC jeweils 12 Universen frei. Auch der kostenpflichtige ETCnomad-Schlüssel schaltet Hog PC frei. Die aktuelle Hog-Familie finden Sie im Überblick Hog-Lichtpulte heute.

    ETC Eos offline und ETCnomad

    Die Eos-Software ist für die Offline-Programmierung kostenlos. Damit können Sie Shows für jedes Eos-Pult vorbereiten, Patches anlegen und Cue-Listen schreiben. Für die Ausgabe benötigen Sie einen ETCnomad-Schlüssel – einen kostenpflichtigen USB-Schlüssel mit 1K oder 6K Ausgängen, der das Signal über ein Gadget II oder ein Gateway ausgibt. Mehr zur Eos-Familie lesen Sie unter ETC Eos: Lichtpulte fürs Theater.

    Vergleichstabelle

    Software Betriebssysteme Ausgabe ohne Hardware Erweiterung
    ChamSys MagicQ PC PC/Mac bis 64 Universen (Art-Net/sACN) ChamSys-Hardware für gesperrte Remote-/Automationsfunktionen
    grandMA3 onPC Windows, macOS keine DMX-Ausgabe DMX-Key (4 096 Parameter), DMX-Key starter (1 024), onPC-Nodes, Command Wing
    Obsidian ONYX Windows 10/11 (64 Bit) Universum 1 (Art-Net/sACN) Lizenzen Essential/Premier/Elite, bis 128 Universen
    Hog PC – – (Freischaltung laut ETC über Gig Hog/Tour Wing) Gig Hog, Tour Wing (je 12 Universen), ETCnomad-Schlüssel
    ETC Eos (offline) – nur Offline-Programmierung ETCnomad-Schlüssel 1K oder 6K Ausgänge

    Ein Strich bedeutet, dass wir die Angabe nicht aus einer Herstellerquelle belegen konnten; prüfen Sie die aktuellen Systemanforderungen auf der Downloadseite.

    Welche Software für welchen Zweck?

    Sie wollen sofort live steuern, ohne Geld auszugeben

    Hier führt kaum ein Weg an MagicQ PC vorbei: 64 Universen ohne Zusatzhardware bietet in diesem Vergleich kein anderes Programm. ONYX ist eine Alternative, wenn ein Universum genügt – etwa für eine kleine Bühne mit wenigen LED-Scheinwerfern.

    Sie bereiten sich auf ein bestimmtes Pult vor

    Dann nehmen Sie die Software des Pults, das Sie später bedienen: grandMA3 onPC für MA-Pulte, Eos offline für Theater mit ETC, Hog PC für Hog-Pulte. Die Showfiles lassen sich jeweils auf das echte Pult übertragen, und Sie kommen vorbereitet in die Einrichtung.

    Sie planen einen Rechner als Dauerlösung

    Für feste Installationen lohnt sich ein Blick auf die Hardware-Erweiterungen: ein grandMA3 DMX-Key, ein ETCnomad-Schlüssel, eine Onyx-Lizenz oder ein Hog-Wing. So erhalten Sie die Arbeitsweise des jeweiligen Systems ohne ein komplettes Pult; Preise erfragen Sie beim Fachhandel.

    Worauf Sie achten sollten

    • Rechnerleistung: Prüfen Sie die Systemanforderungen der Hersteller; ONYX nennt etwa Intel-Core-Prozessoren ab der 8. Generation oder vergleichbare AMD-Modelle.
    • Netzwerk: Für Art-Net oder sACN brauchen Sie einen Node, der das Signal in DMX wandelt.
    • Bedienung: Maus und Tastatur sind für die Programmierung in Ordnung, für Live-Busking fehlen Fader – hier lohnt sich eine Wing.
    • Versionen abgleichen: Offline-Software und Pult sollten mit derselben oder einer kompatiblen Softwareversion laufen, damit Showfiles ohne Probleme laden.
    • Backups: Speichern Sie Showfiles regelmäßig auf einem externen Datenträger – ein Rechner fällt im Zweifel schneller aus als ein Pult.

    Fazit

    »Kostenlos« heißt nicht bei allen Herstellern dasselbe. Unter den hier verglichenen Programmen ist MagicQ PC das einzige, dessen Hersteller ohne Zusatzhardware ausdrücklich mehrere Universen freigibt. ONYX bietet ein Gratis-Universum, grandMA3 onPC braucht für die DMX-Ausgabe MA-Hardware, Eos einen ETCnomad-Schlüssel, und Hog PC wird über Gig Hog, Tour Wing oder ETCnomad freigeschaltet. Zum Lernen und Vorprogrammieren sind alle fünf hervorragend – installieren Sie am besten zwei oder drei davon und entscheiden Sie nach der Arbeitsweise, die Ihnen am meisten liegt.

    Häufige Fragen

    Welche kostenlose Lichtpult-Software gibt am meisten DMX aus?

    ChamSys MagicQ PC/Mac gibt ohne Hardware bis zu 64 Universen über Art-Net und sACN aus. Unter den verglichenen Programmen bietet das kein anderes.

    Gibt grandMA3 onPC ohne Hardware DMX aus?

    Nein. Die kostenlose Software gibt DMX nur mit angeschlossener grandMA3-onPC-Hardware aus, etwa einem DMX-Key mit 4 096 Parametern oder einem DMX-Key starter mit 1 024 Parametern.

    Was kann die kostenlose ONYX-Lizenz?

    Die freie ONYX-Lizenz schaltet Universum 1 über Art-Net und sACN frei. Die Lizenzen Essential, Premier und Elite erweitern auf bis zu 128 Universen.

    Ist ETCnomad kostenlos?

    Die Eos-Software ist für die Offline-Programmierung kostenlos. Für die Ausgabe brauchen Sie den kostenpflichtigen ETCnomad-Schlüssel mit 1K oder 6K Ausgängen.

    Quellen — MagicQ-Handbuch: MagicQ PC, MA Lighting – grandMA3 Software, Obsidian Control – ONYX, ETC – Hog Tech Specs, ETC – ETCnomad.

  • ChamSys MagicQ Lichtpult: alle Modelle im Überblick

    ChamSys MagicQ Lichtpult: alle Modelle im Überblick

    ChamSys hat sich mit einem ungewöhnlichen Ansatz einen festen Platz in der Lichtbranche erarbeitet: Die Software MagicQ läuft auf jedem Pult der Marke identisch, und die PC-/Mac-Version ist kostenlos. Wer eine Show zu Hause auf dem Laptop programmiert, kann sie später auf einer MQ50 ebenso abspielen wie auf einer MQ500M+ Stadium. Dieser Überblick ordnet die aktuelle Pultfamilie ein – als Analyse auf Basis von Herstellerangaben und Anwenderfeedback, nicht als Praxisbericht.

    ChamSys MagicQ MQ250M Stadium
    Foto: ChamSys

    ChamSys im Kurzporträt

    ChamSys gehört seit dem 20. März 2017 zu Chauvet. An der Produktphilosophie hat sich dadurch wenig geändert: ein Betriebssystem (MagicQ) für alle Pulte, Showfiles, die zwischen den Modellen wandern, und eine große kostenlose Softwarebasis. Für Sie als Käufer heißt das: Die Einarbeitung ist nicht an ein bestimmtes Pult gebunden, und ein Upgrade auf ein größeres Modell bedeutet keinen Neustart bei der Bedienung.

    Die aktuelle Konsolenpalette umfasst laut Hersteller die MQ500M+ Stadium, den MQ500M Stadium Wing, die MQ250M Stadium, die MQ70 und die MQ50 sowie die QuickQ-Serie mit Rack- und DIN-Varianten. Die MQ80 und die ursprüngliche MQ500M werden als Legacy geführt.

    Die MagicQ-Pulte im Detail

    MagicQ MQ50 – der kompakte Einstieg in MagicQ

    Die MQ50 ist das kleinste vollwertige MagicQ-Pult. Sie bietet 8 Universen direkt am Pult, 10 Playbacks (nicht motorisiert), einen 10,1-Zoll-Touchscreen und 4 DMX-Ausgänge. Damit eignet sie sich für Clubs, kleinere Veranstaltungen und als Zweitpult im Verleih. Thomann listet sie für ca. 5 555 € (Thomann, 09/2026).

    MagicQ MQ70 – mehr Universen im gleichen Format

    Die MQ70 bleibt kompakt – 10 Playbacks, ein 10,1-Zoll-Bildschirm, 4 DMX-Ports, 7 kg –, verarbeitet aber 24 Universen direkt, erweiterbar auf 48. Integriertes Wi-Fi erlaubt die Verbindung mit MagicQ Remote, etwa für Fokusarbeiten auf der Bühne. Der Preis liegt bei ca. 8 999 € (Thomann, 09/2026). Für mittlere Produktionen mit vielen LED-Geräten ist sie oft das sinnvollere Pult als die MQ50, weil die Universenreserve deutlich größer ist.

    MagicQ MQ250M Stadium – das Tourpult der Mittelklasse

    Die MQ250M gehört zur Stadium-Linie (ein Modell »MQ250M Compact« gibt es nicht). Sie bietet 64 Universen direkt, optional 128, 10 motorisierte Fader, einen 15-Zoll-Hauptbildschirm plus 5-Zoll-Zusatzdisplay, Art-Net, sACN und Pathport sowie einen integrierten Mediaserver. Bei 13 kg ist sie noch gut transportabel. Thomann nennt ca. 19 379 € (Thomann, 09/2026).

    MagicQ MQ500M+ Stadium – das Flaggschiff

    Die MQ500M+ Stadium ersetzt die MQ500M Stadium (256 Universen, heute Legacy). Das neue Flaggschiff verarbeitet 400 Universen direkt, hat 15 motorisierte Fader, zwei 15-Zoll-Touchscreens und einen integrierten 4-Port-Switch. Preislich liegt sie bei ca. 35 099 € (Thomann, 09/2026). Eine gebrauchte MQ500M kann weiterhin ihren Dienst tun, als Neuanschaffung ist jedoch die Plus-Version die richtige Wahl.

    Vergleichstabelle der aktuellen MagicQ-Pulte

    Modell Universen direkt Fader Bildschirm Preis (Thomann, 09/2026)
    MQ50 8 10 Playbacks, nicht motorisiert 10,1 Zoll ca. 5 555 €
    MQ70 24 (bis 48) 10 Playbacks 10,1 Zoll ca. 8 999 €
    MQ250M Stadium 64 (bis 128) 10 motorisiert 15 + 5 Zoll ca. 19 379 €
    MQ500M+ Stadium 400 15 motorisiert 2 × 15 Zoll ca. 35 099 €

    QuickQ: die vereinfachte ChamSys-Linie

    Unterhalb der MagicQ-Pulte positioniert ChamSys die QuickQ-Serie. Sie richtet sich an Anwender, die ohne lange Einarbeitung schnell zu Ergebnissen kommen wollen – Schulen, Gemeindesäle, Kirchen, kleine Bühnen. Die Oberfläche arbeitet mit Icons und Gesten, ähnlich einem Smartphone.

    Aktuell verkauft ChamSys die Serie als QuickQ 10+, 20+ und 30+ sowie als Studio+ und Rack+. Die QuickQ 30+ bietet 6 Universen und einen 11,6-Zoll-Bildschirm. Die bisherigen Modelle ohne Plus – etwa die QuickQ 30 mit 4 Universen und 9,7-Zoll-Display – sind Auslaufmodelle und vor allem auf dem Gebrauchtmarkt interessant.

    Praktisch: QuickQ-Shows lassen sich in MagicQ laden. Wer später auf eine MQ50 oder MQ70 wechselt, verliert seine Programmierung also nicht. Einen Vergleich mit der ähnlich positionierten Obsidian NX1-16 finden Sie in unserem Artikel zu Obsidian NX1-16 und Onyx.

    MagicQ PC: kostenlos und erstaunlich vollständig

    Die größte Stärke des Systems ist die Software. MagicQ PC/Mac läuft auch ohne ChamSys-Hardware im Demo-Modus mit vollem Programmier- und Playback-Umfang und gibt bis zu 64 Universen über Art-Net und sACN aus – ohne Lizenzgebühr. Lediglich einige Remote- und Automationsfunktionen sind ohne Hardware gesperrt.

    Damit können Sie:

    • Shows offline vorbereiten und auf jedes MagicQ-Pult übertragen,
    • kleinere Installationen direkt über einen Netzwerk-Node betreiben,
    • die Bedienung lernen, bevor Sie in Hardware investieren.

    Wie sich MagicQ PC gegen grandMA3 onPC, Onyx, Hog PC und die Eos-Offline-Software schlägt, zeigt unser Vergleich kostenlose Lichtpult-Software. Grundsätzliches zu PC-basierten Lösungen lesen Sie im Ratgeber DMX Controller Software.

    Für wen eignet sich welches ChamSys-Pult?

    • QuickQ 10+/20+/30+: einfache Anlagen, wechselnde Bediener, wenig Programmierzeit.
    • MQ50: Einstieg in die volle MagicQ-Welt, Clubs, Verleih-Grundausstattung.
    • MQ70: mittlere Produktionen mit vielen Pixel- oder LED-Geräten.
    • MQ250M Stadium: Touring und größere Events, bei denen motorisierte Fader und Mediaserver-Integration gefragt sind.
    • MQ500M+ Stadium: Großproduktionen mit sehr hoher Universenzahl.

    Im direkten Wettbewerb stehen vor allem grandMA3 und Avolites. Einen Überblick über die MA-Familie finden Sie unter grandMA3: alle Modelle, die britische Konkurrenz im Artikel Avolites-Lichtpulte. Die allgemeine Marktübersicht bietet unser Ratgeber Lichtpult kaufen.

    Neu oder gebraucht?

    Auf dem Gebrauchtmarkt tauchen regelmäßig ältere ChamSys-Pulte auf, etwa die MQ80, die ursprüngliche MQ500M oder QuickQ-Modelle ohne Plus. Sie laufen weiterhin mit MagicQ bzw. QuickQ und können für knappe Budgets eine Option sein. Prüfen Sie vor dem Kauf den Zustand von Fadern, Encodern und Touchscreen, fragen Sie nach der Softwareversion und klären Sie mit dem Händler, welche Unterstützung für Legacy-Modelle noch verfügbar ist. Für Neuanschaffungen empfehlen wir die aktuellen Modelle der Liste oben.

    Le Faisceau Bewertung — ChamSys MagicQ

    Bewertet nach unserer Le-Faisceau-Methode (Kapazität 25 % · Programmierung und Workflow 30 % · Ökosystem und Netzwerk 15 % · Preis-Leistung 20 % · Zuverlässigkeit und Support 10 %). Technische Daten und Preise stammen von den Herstellerseiten und dem Fachhandel.

    Pult Kapazität Workflow Ökosyst. P/L Zuverl. Gesamt /5
    MagicQ MQ70 💰 Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis 4.2 4.4 4.6 4.3 4.4 4.4 ★★★★½
    MagicQ MQ250M 4.4 4.5 4.6 4.1 4.5 4.4 ★★★★½
    MagicQ MQ50 3.8 4.3 4.6 4.2 4.4 4.2 ★★★★☆

    💰 Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis : MagicQ MQ70 — beste Preis-Leistungs-Achse (4.3/5).

    Fazit

    ChamSys bietet eine durchgängige Familie mit einem gemeinsamen Betriebssystem, klar abgestuften Universenzahlen und einer kostenlosen Software, die weit mehr ist als eine Demo. Für Einsteiger ist die QuickQ+-Serie der unkomplizierteste Weg, für Profis ist die MQ70 das vielseitigste Kompaktpult, und die MQ250M Stadium deckt die meisten Tourneeanforderungen ab. Die MQ500M+ Stadium bleibt großen Produktionen vorbehalten. Wer unsicher ist, sollte zuerst MagicQ PC installieren – danach wissen Sie, ob Ihnen die Arbeitsweise liegt.

    Häufige Fragen

    Ist MagicQ PC wirklich kostenlos?

    Ja. MagicQ PC/Mac läuft ohne ChamSys-Hardware im Demo-Modus mit vollem Programmier- und Playback-Umfang und gibt bis zu 64 Universen über Art-Net und sACN aus. Nur einige Remote- und Automationsfunktionen sind ohne Hardware gesperrt.

    Welches ChamSys-Pult ist das aktuelle Flaggschiff?

    Die MQ500M+ Stadium mit 400 Universen direkt, 15 motorisierten Fadern und zwei 15-Zoll-Touchscreens. Sie ersetzt die MQ500M Stadium, die heute als Legacy geführt wird.

    Kann ich QuickQ-Shows später auf einem MagicQ-Pult nutzen?

    Ja, QuickQ-Shows lassen sich in MagicQ laden. Ein Umstieg auf eine MQ50 oder MQ70 bedeutet daher keinen Neuanfang bei der Programmierung.

    Wem gehört ChamSys?

    ChamSys gehört seit dem 20. März 2017 zu Chauvet. Die Marke und das Betriebssystem MagicQ werden eigenständig weitergeführt.

    Quellen — ChamSys – aktuelle Konsolen, ChamSys MQ250M Stadium Console, ChamSys MQ500M+ Stadium Console, ChamSys MQ70 Compact Console, MagicQ-Handbuch: MagicQ PC.

  • ETC Eos: Lichtpulte fürs Theater

    ETC Eos: Lichtpulte fürs Theater

    ETC Eos ist der Theaterstandard aus den USA — cue-basierte Lichtpulte, die eine Show einmal programmieren und jeden Abend identisch abspielen. Im deutschsprachigen Raum ist ETC weniger verbreitet als grandMA, im Theater aber etabliert. Gesamtrahmen im Profi-Ratgeber.

    Die Eos-Familie

    Von der Element 2 (Einstieg) über Gio @5 und Ion Xe bis zur Apex (Flaggschiff) — alle unter derselben Eos-Software.

    Für wen in DE?

    Vor allem Theater und Häuser mit cue-basierter Arbeitsweise. Für Tournee/Event dominiert in DE eher grandMA3 oder das Lichtpult allgemein.

    Warum Eos im Theater den Ton angibt

    ETC Eos ist auf die Arbeitsweise des Theaters zugeschnitten: cue-basiert und mit Tracking. Eine Vorstellung wird als lange Cue-Liste programmiert, die per Go-Taste Schritt für Schritt abläuft — jeden Abend exakt gleich. Tracking bedeutet, dass ein Cue nur ändert, was sich ändern soll, und der Rest unverändert „durchtrackt“. Für Sprech- und Musiktheater, Oper und Show mit festem Ablauf ist das genau die richtige Logik. Auf reaktiver Tournee-Arbeit liegt dagegen die Stärke von grandMA3.

    Die Eos-Familie und die Software

    Alle Eos-Pulte teilen dieselbe Software — vom Einstieg bis zum Flaggschiff. Dieselbe Programmierung läuft als Eos Nomad auch auf PC/Mac, sodass Sie eine Show offline vorbereiten und als Backup bereithalten. Damit ergibt sich ein durchgängiger Software-Workflow vom Laptop bis zum großen Pult.

    Eos im deutschsprachigen Markt

    Im deutschsprachigen Raum ist ETC im Theater und in festen Häusern gut vertreten, während Tournee und Event stärker von grandMA geprägt sind. Wer in beiden Welten arbeitet, trifft daher früher oder später auf beide Plattformen. Die Gesamteinordnung aller Profi-Systeme liefert unser Ratgeber zu DMX Controllern.

    Das Bedienkonzept: Kanäle und Kommandozeile

    Eos denkt in Kanälen und wird stark über eine Kommandozeile bedient — Befehle wie „Channel 1 Thru 10 At Full Enter“ schreiben ein Lichtbild präzise und wiederholbar. Diese textbasierte, exakte Arbeitsweise ist im Theater geschätzt, weil sie sauber dokumentierbar ist und jede Vorstellung reproduzierbar macht. Wer aus der klassischen Beleuchtung kommt, findet in dieser Logik schnell nach Hause; für spontanes Busking ist sie weniger gedacht.

    Eos und grandMA — zwei Denkweisen

    Der Unterschied zu grandMA3 liegt weniger in der Leistung als in der Philosophie: Eos ist konsequent auf cue-basiertes, dokumentiertes Arbeiten ausgelegt, grandMA stärker auf reaktives, tourgeprägtes Fahren mit Executors und Phasern. Viele Profis beherrschen beide Welten und wählen je nach Produktion. Die Gesamteinordnung liefert unser Ratgeber zu DMX Controllern.

    Eos in DE beziehen und lernen

    Im deutschsprachigen Raum ist ETC über Fachhändler und Verleiher gut erreichbar, mit Schwerpunkt im Theater- und Festinstallationsbereich. Zum Lernen bietet sich Eos Nomad an — die kostenfreie Offline-Software, mit der Sie die Bedienung ohne Pult üben und Shows vorbereiten. Damit läuft der Software-Workflow durchgängig vom Laptop bis zum großen Eos-Pult.

    Die Eos-Familie im Detail

    Die Eos-Reihe deckt ein breites Spektrum ab — vom kompakten Einstieg für kleine Häuser und Schulen bis zum großen Flaggschiff für Opern und aufwändige Produktionen. Modelle wie Element zielen auf einfachere Anwendungen, während Gio, Ion und die Spitzenpulte mehr Bedienfläche, Fader und Rechenleistung bieten. Der große Vorteil: Alle laufen unter derselben Eos-Software, sodass Bedienlogik und Show-Dateien über die ganze Familie hinweg kompatibel bleiben. Wer auf einem kleinen Eos-Pult lernt, findet sich sofort auf einem großen zurecht. Ergänzt wird die Reihe durch Fader-Wings und externe Bildschirme, mit denen sich auch kleinere Pulte erweitern lassen.

    Eos und Moving Lights

    Lange galt Eos vor allem als Meister des klassischen, konventionellen Lichts — doch die Plattform steuert selbstverständlich auch Moving Lights und LED-Fixtures. Der Zugang bleibt dabei der Eos-typische: strukturiert, kanal- und cue-orientiert, mit sauber dokumentierten Zuständen. Für Produktionen mit vielen bewegten Geräten und stark reaktivem Fahren spielt allerdings grandMA3 seine Stärken aus, während Eos im cue-getriebenen Theaterbetrieb seine Heimat behält. Viele Häuser fahren beides — Eos für die Vorstellung, ein tourgeprägtes Pult für Gastspiele und Konzerte.

    Le Faisceau Bewertung — ETC Eos Familie

    Bewertet nach unserer Le-Faisceau-Methode (Kapazität 25 % · Programmierung und Workflow 30 % · Ökosystem und Netzwerk 15 % · Preis-Leistung 20 % · Zuverlässigkeit und Support 10 %). Technische Daten und Preise stammen von den Herstellerseiten und dem Fachhandel.

    Pult Kapazität Workflow Ökosyst. P/L Zuverl. Gesamt /5
    Eos Apex 20 5.0 4.7 4.6 3.3 4.9 4.5 ★★★★½
    Eos Gio @5 4.7 4.7 4.6 3.8 4.9 4.5 ★★★★½
    Eos Ion Xe 4.3 4.6 4.6 4.3 4.9 4.5 ★★★★½
    Eos Element 2 💰 Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis 3.9 4.4 4.5 4.5 4.8 4.4 ★★★★½

    💰 Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis : Eos Element 2 — beste Preis-Leistungs-Achse (4.5/5).

    Häufige Fragen

    Ist Eos schwer zu lernen?

    Die cue-basierte Logik ist gut dokumentiert und mit Eos Nomad kostenfrei zu üben. Wer aus der Theaterwelt kommt, findet sich in der Regel schnell zurecht.

    ETC Eos oder grandMA?

    Eos fürs cue-basierte Theater; grandMA für Tournee/Event — siehe grandMA3.

    Bildnachweis: Masonvanmeurs, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

  • Funk-DMX (Wireless DMX) für Profis: der Ratgeber

    Funk-DMX (Wireless DMX) für Profis: der Ratgeber

    Das Kabel zum Scheinwerfer einsparen — keine DMX-Leitungen mehr quer über die Bühne, schnellerer Aufbau, Geräte an Stellen, die kein Kabel erreicht. Funk-DMX (drahtloses DMX) macht das möglich. Doch professionelle Funkstrecken haben mit den billigen Wireless-Boxen für Hobby und DJ wenig gemein. Dieser Ratgeber zeigt die Standards, die den Profi-Markt prägen, und wie Funk-DMX in ein ernsthaftes Rig passt. Den Gesamtrahmen liefert unser Ratgeber zu DMX Controllern für Profis.

    Die zwei Profi-Standards: W-DMX und CRMX

    Seit vielen Jahren prägen zwei Technologien das professionelle Funk-DMX: W-DMX (von Wireless Solution) und CRMX (von LumenRadio). Lange war der Markt zwischen beiden geteilt — Sender und Empfänger mussten aus demselben Lager stammen. (Quellen: LumenRadio, PLSN.)

    Eine vereinheitlichte Lösung

    Diese Trennung schwindet. Nachdem LumenRadio 2020 Wireless Solution übernommen hat, wurden beide Technologien schrittweise zusammengeführt: Aktuelle Produkte und die OEM-Funkmodule von LumenRadio unterstützen sowohl W-DMX als auch CRMX. Ältere, bereits im Markt befindliche Geräte beherrschen jedoch oft nur eines der beiden Protokolle — prüfen Sie die Kompatibilität von Sender und Empfängern vor der Show.

    Wie Funk-DMX ins Rig passt

    Das Prinzip ist einfach: Ein Sender sitzt am Pult oder an einem Node und strahlt das DMX-Signal aus; Empfänger in den Geräten greifen es ab. Profi-Hardware unterscheidet sich durch Zuverlässigkeit unter schwierigen Funkbedingungen — Festivals und Arenen sind dicht belegte Funkumgebungen — sowie durch Reichweite und Verbindungsstabilität.

    Funk-DMX ist keine Funkfernsteuerung des Pults

    Wichtige Unterscheidung: Funk-DMX ersetzt das DMX-Kabel zu den Geräten. Es ist nicht dasselbe wie die drahtlose Fernbedienung des Pults selbst (eine separate Remote-Funktion). Verwechseln Sie beides bei der Show-Planung nicht.

    Wann sich Funk-DMX wirklich lohnt

    Drahtloses DMX ist kein Selbstzweck. Seinen Wert zeigt es dort, wo Kabel unpraktisch, teuer oder unmöglich sind: Geräte auf Trägern und Trusses, die schwer zu verkabeln sind; fliegende Elemente oder bewegliche Bühnenteile; historische Räume, in denen keine Leitungen verlegt werden dürfen; und schnelle Umbauten, bei denen jede eingesparte Leitung Zeit spart. Für die feste Hauptverkabelung eines Rigs bleibt dagegen das DMX-Kabel meist erste Wahl — Funk ergänzt, es ersetzt nicht alles.

    Reichweite, Antennen und ein sauberes Funkbild

    Die Zuverlässigkeit einer Funkstrecke entscheidet sich weniger am Preis des Senders als an der Planung. Festivals und Arenen sind extrem dicht belegte Funkumgebungen — WLAN, Intercom, Funkmikrofone, andere Lichtstrecken. Für ein stabiles Bild zählen freie Sichtlinien, gute Antennenpositionen, ausreichender Abstand zu Störquellen und, wo nötig, externe Antennen. Profi-Hardware bietet hier mehr Reserven als billige Boxen.

    Funk-DMX im Rig einbinden

    In der Praxis sitzt der Sender am Pult oder an einem Node und strahlt ein oder mehrere Universen aus; Empfänger in oder an den Geräten greifen das Signal ab und geben es lokal als DMX aus. Viele Profi-Scheinwerfer haben den Empfänger bereits eingebaut; ältere Geräte rüsten Sie mit externen Empfängern nach. So mischen Sie in einer Show verkabelte und drahtlose Strecken frei — die Grundlagen des Gesamtsystems liefert unser Profi-Ratgeber.

    2,4 GHz und die Koexistenz mit anderer Funktechnik

    W-DMX und CRMX arbeiten überwiegend im lizenzfreien 2,4-GHz-Band (einzelne Systeme bieten zusätzlich andere Bänder) — demselben Bereich, den WLAN, Bluetooth und viele andere Funkstrecken nutzen. Auf einem Festival teilen sich also zahlreiche Systeme denselben Äther. Professionelle Funk-DMX-Hardware begegnet dem mit adaptivem Frequenzsprung (die Sender weichen belegten Kanälen automatisch aus) und robusten Protokollen. Für ein stabiles Bild helfen zusätzlich eine abgestimmte Frequenzplanung mit den anderen Gewerken und, wo möglich, das Vermeiden überfüllter Kanäle.

    Empfänger einbauen und nachrüsten

    In der Praxis gibt es zwei Wege: Viele aktuelle Profi-Scheinwerfer haben einen Empfänger eingebaut und werden per Menü aktiviert. Ältere oder einfache Geräte rüsten Sie mit einem externen Empfänger nach, der lokal wieder klassisches DMX ausgibt. Planen Sie Stromversorgung und Montageort der externen Empfänger von Anfang an mit ein — ein guter Sitz mit freier Sichtlinie zum Sender entscheidet über die Verbindungsqualität.

    Häufige Fragen

    Verzögert Funk-DMX das Signal spürbar?

    Professionelle Systeme arbeiten mit sehr geringer Latenz, die in der Praxis nicht stört. Probleme entstehen fast immer durch Funkstörungen oder schlechte Planung, nicht durch die Technik selbst.

    Ist Funk-DMX zuverlässig genug für Shows?

    Profi-Systeme laufen täglich auf großen Tourneen und im Broadcast. Zuverlässigkeit kommt von guter Hardware und sauberer Funkplanung — nicht vom günstigsten Sender.

    Brauche ich für jedes Gerät einen Empfänger?

    Geräte ohne eingebauten Funk benötigen einen externen Empfänger; viele Profi-Scheinwerfer bringen ihn bereits mit.

    Bildnachweis: Morn, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

  • Eurolite DMX Controller: Einstieg vs. Profi-Lichtpult

    Eurolite DMX Controller: Einstieg vs. Profi-Lichtpult

    Eurolite ist eine bekannte deutsche Marke für günstige Licht- und Veranstaltungstechnik — und für preiswerte DMX-Controller im Einstiegssegment. Für DJs, kleine Bühnen und einfache Setups sind sie ein verbreiteter Startpunkt. Dieser Beitrag ordnet ein, wofür ein Eurolite DMX Controller taugt — und ab wann sich der Schritt zu einem echten Profi-Lichtpult lohnt. Den Gesamtrahmen liefert unser Ratgeber zu DMX Controllern für Profis.

    Wofür ein Eurolite DMX Controller taugt

    Eurolite-Controller decken das Einstiegssegment ab: einfache DMX-Steuerung von Dimmern und LED-Geräten, teils mit Funktionen für Moving Heads. Für kleine, überschaubare Setups sind sie preiswert und zugänglich. Die aktuellen Modelle: Eurolite DMX Move Control 512 (rund 170 €), ein volles Universum, 28 Geräte mit 18 Kanälen, zwei Jogwheels für Pan und Tilt, neun Bewegungsmuster, USB-Sicherung und RDM, der Kandidat für Moving Heads; Eurolite Scene Setter 24 (rund 200 €), 24 Fader für Dimmer und PARs im Amateurtheater; dazu Easy Operator Deluxe und Color Chief für reine LED-Parks. Preise bei Gear4music, Stand Oktober 2026.

    Wo die Grenzen liegen

    Sobald die Produktion wächst — viele Geräte, mehrere Universen, Effekte, Redundanz, Netzwerk (Art-Net/sACN) — stoßen Einstiegs-Controller an ihre Grenzen. Hier beginnt die Welt der professionellen Lichtpulte (etwa grandMA, ETC, ChamSys, Avolites), mit tieferer Programmierung und der nötigen Zuverlässigkeit für ernsthafte Shows.

    Einstieg oder Profi — die Entscheidung

    Faustregel: Solange Sie wenige Geräte in einem festen, einfachen Setup fahren, reicht ein Einstiegs-Controller. Sobald Reproduzierbarkeit, Tournee-Tauglichkeit oder bewegtes Licht in größerem Umfang ins Spiel kommen, investieren Sie besser in eine Profi-Plattform — die Kriterien finden Sie im Profi-Ratgeber.

    Typische Einsatzszenarien

    Ein Eurolite-Controller ist dort zu Hause, wo es überschaubar bleibt: die mobile DJ-Anlage, ein paar LED-PARs und ein Moving Head im Vereinsheim, die kleine Bühne mit festem Aufbau, erste Gehversuche in der DMX-Programmierung. In diesen Fällen zählen ein niedriger Preis, einfache Bedienung und sofortige Einsatzbereitschaft — und genau das liefern Einstiegsgeräte zuverlässig. Wie sich der Move Control 512 gegen Chauvet Obey 70 (rund 140 €), ADJ Operator 384 und Cameo Control 54 schlägt, zeigt unser Vergleich Lichtpult für Anfänger: 8 DMX-Controller unter 300 €; wer ohne Computer echte Effekte will, findet im Wolfmix W1 MK3 (rund 810 €) den nächsten Schritt.

    Wann Sie an die Grenzen stoßen

    Kritisch wird es, sobald die Produktion wächst. Anzeichen, dass ein Einstiegs-Controller nicht mehr genügt: Sie brauchen mehrere Universen, fahren viele Moving Heads mit komplexen Effekten, wollen die Show reproduzierbar jeden Abend gleich abspielen, oder benötigen Netzwerk (Art-Net/sACN) und Redundanz. Dann beginnt die Welt der professionellen Lichtpulte — mit grandMA als Tournee-Standard und ETC Eos im Theater.

    Der Umstieg muss nicht teuer sein

    Zwischen Einstiegs-Controller und großem Pult liegt ein sinnvoller Zwischenschritt: die onPC-Software einer Profi-Plattform mit einem Node oder Wing. So lernen Sie die echte Umgebung zum Bruchteil des Preises — mehr dazu im Beitrag zur DMX-Controller-Software. Wer knapp kalkuliert, findet Profi-Pulte auch gebraucht.

    Was Einstiegsgeräte gut können

    Man sollte Einstiegs-Controller nicht kleinreden — für ihren Zweck leisten sie viel. Typisch sind eine feste Zahl an Kanälen und Szenen, einfache Chase-Programme, ein eingebauter Sound-to-Light-Modus und oft ein paar dedizierte Tasten für Blackout und Moving-Head-Grundfunktionen. Für einen DJ, der abends immer denselben, überschaubaren Aufbau fährt, ist das schnell eingerichtet und sofort einsatzbereit — ohne Programmier-Studium. In diesem Rahmen sind sie ein ehrliches Werkzeug.

    Wo die Technik an Grenzen kommt

    Die Grenzen sind meist technischer Natur: kein oder nur rudimentäres Netzwerk, wenige speicherbare Cues, keine echte Effekt-Engine für saubere Wellen über viele Geräte, keine Redundanz und keine onPC-Vorbereitung. Sobald Sie reproduzierbare, komplexe Shows fahren wollen, arbeiten Sie gegen das Gerät statt mit ihm — das ist der Moment für den Umstieg.

    Ein sanfter Migrationspfad

    Der Wechsel muss nicht abrupt sein. Ein guter Zwischenschritt ist die kostenlose onPC-Software einer Profi-Plattform: Sie lernen die richtige Bedienlogik am Laptop, zunächst ganz ohne teure Hardware, und ergänzen später einen Node oder ein Wing. So verlieren Sie beim Umstieg auf ein echtes Lichtpult keine Zeit mit dem Neulernen.

    Le Faisceau Bewertung — Eurolite gegen Einsteiger-Profipulte

    Bewertet nach unserer Le-Faisceau-Methode (Kapazität 25 % · Programmierung und Workflow 30 % · Ökosystem und Netzwerk 15 % · Preis-Leistung 20 % · Zuverlässigkeit und Support 10 %). Technische Daten und Preise stammen von den Herstellerseiten und dem Fachhandel.

    Pult Kapazität Workflow Ökosyst. P/L Zuverl. Gesamt /5
    Eurolite DMX Move Controller 512 💰 Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis 2.3 3.2 2.8 4.7 3.6 3.3 ★★★½☆
    ChamSys QuickQ 10 (ersetzt durch QuickQ 10+) 3.1 4.2 3.9 4.7 4.2 4.0 ★★★★☆
    Zero 88 FLX S24 🏆 Beste Wahl 3.6 4.4 4.3 4.6 4.5 4.2 ★★★★☆

    🏆 Beste Wahl : Zero 88 FLX S24 — höchste Gesamtbewertung (4.2/5).

    💰 Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis : Eurolite DMX Move Controller 512 — beste Preis-Leistungs-Achse (4.7/5).

    Häufige Fragen

    Kann ich mit Eurolite Moving Heads steuern?

    Einfache Bewegungen ja, je nach Modell. Für viele Moving Heads mit Effekten und sauberer Programmierung ist aber ein vollwertiges Pult die bessere Wahl.

    Ist ein Eurolite DMX Controller gut für den Einstieg?

    Für DJs und kleine Setups: ja, ein solider, günstiger Start. Für professionelle Produktionen sollten Sie ein vollwertiges Pult wählen.

    Was ist die Profi-Alternative?

    Ein echtes Lichtpult — angeführt vom Marktstandard grandMA. Für Vereinsbühnen reicht meist die Klasse darunter: Zero 88 FLX S24 (rund 1.760 €) oder ChamSys QuickQ 10+ (rund 2.220 €), siehe Kleines Lichtpult für Theater, Gemeinde und Verein.

    Bildnachweis: Eurolite / Steinigke

  • grandMA Lichtpult: grandMA3 und grandMA2 im Überblick

    grandMA Lichtpult: grandMA3 und grandMA2 im Überblick

    Für Tournee und Großveranstaltung ist das grandMA-System von MA Lighting der Maßstab — Steuerstandard auf einem Großteil der weltweit größten Shows, und ein deutsches Produkt. Dieser Beitrag stellt die aktuelle grandMA3 und die nach wie vor allgegenwärtige grandMA2 vor. Den großen Rahmen liefert unser Ratgeber zu DMX Controllern für Profis.

    grandMA3 — die aktuelle Generation

    Die grandMA3 ist MA Lightings aktuelle Generation, mit integriertem 3D-Visualizer und nativer GDTF-Unterstützung. Sie gibt es als Full-Size, Light, Compact und onPC — vom Laptop-Setup bis zum größten Tournee-Rig.

    grandMA2 — immer noch überall

    Die Produktion der grandMA2 ist eingestellt, doch sie ist in Verleih- und Tournee-Beständen — und auf Ridern — weiterhin allgegenwärtig. Die grandMA2 light bietet 4.096 Parameter, 15 motorisierte Fader und zwei Touchscreens; die ultra-light ebenfalls 4.096 Parameter in noch kompakterem Format. Auf dem Gebrauchtmarkt ist sie ein Dauerbrenner.

    Warum grandMA die Tournee dominiert

    Drei Gründe: Sie ist der Rider-Standard, also finden Sie immer geschulte Operator; sie skaliert bis zu den größten Rigs; und sie ist praxiserprobt. Dazu kommen die MA University (weltweit zertifizierte Schulung) und grandMA onPC für die Offline-Programmierung — siehe unseren Software-Beitrag.

    Die grandMA3-Reihe auf einen Blick

    Innerhalb der aktuellen Generation wählen Sie nach Rig-Größe und Mobilität: die full-size fürs größte Rig, die light als Tournee-Klassiker, die compact und compact XT für mittlere Produktionen sowie onPC plus Command Wing als günstiges, mobiles Einstiegs- und Backup-Setup. Alle teilen Software und Show-Format — die vollständige Übersicht bündelt unser grandMA3-Hauptbeitrag.

    Ökosystem: Schulung, Software, Netzwerk

    Ein großer Teil des grandMA-Erfolgs liegt neben der Hardware im Ökosystem. Die MA University bildet Operator weltweit nach einheitlichem Standard aus, weshalb Sie fast überall geschultes Personal finden. Die onPC-Software erlaubt Offline-Programmierung, Schulung und Backup. Über Art-Net und sACN bindet das System sehr große Rigs ein, und mit nativer GDTF/MVR-Unterstützung übernehmen Sie Geräte und Bühnenpläne direkt aus der Planung. Drahtlos ergänzt Funk-DMX.

    Einsatzszenarien

    Auf großen Tourneen ist grandMA der De-facto-Standard; im Fernsehen und bei Festivals ebenso verbreitet. Im klassischen, cue-basierten Sprech- und Stadttheater trifft man dagegen häufiger auf ETC Eos. Wer eine Plattform sucht, die von der Vorbereitung am Laptop bis zum größten Rig durchgängig mitwächst, ist mit grandMA gut beraten — die Einordnung aller Profi-Plattformen liefert unser Ratgeber zu DMX Controllern.

    Netzwerk, Sessions und Redundanz

    Zur Größe eines Systems gehört mehr als die Kanalzahl. grandMA-Pulte arbeiten über Art-Net und sACN mit vielen Universen und lassen sich zu einer Session aus mehreren Geräten zusammenschalten. Das erlaubt zwei Dinge: Mehrere Operator teilen sich eine Show, und ein zweites Pult läuft als Tracking-Backup mit — fällt das Hauptpult aus, übernimmt das Backup ohne Show-Unterbrechung. Genau diese Redundanz ist ein Grund, warum das System auf großen Produktionen gesetzt ist.

    Wo Sie grandMA im Alltag antreffen

    Im deutschsprachigen Raum ist grandMA bei nahezu jedem größeren Verleiher im Bestand, steht auf vielen technischen Ridern und ist an Hochschulen und in Schulungen präsent. Das senkt die Einstiegshürde: Sie finden Mietmaterial, geschulte Operator und Lernangebote leichter als bei Nischensystemen — ein praktischer Vorteil, der über reine Technik hinausgeht.

    Einstieg und Schulung

    Der übliche Weg in die Plattform führt über grandMA3 onPC am eigenen Laptop und die zertifizierten Kurse der MA University. So lernen Sie die Bedienlogik, ohne ein Pult zu blockieren, und wachsen anschließend in die Modellreihe hinein.

    Le Faisceau Bewertung — grandMA3 und grandMA2

    Bewertet nach unserer Le-Faisceau-Methode (Kapazität 25 % · Programmierung und Workflow 30 % · Ökosystem und Netzwerk 15 % · Preis-Leistung 20 % · Zuverlässigkeit und Support 10 %). Technische Daten und Preise stammen von den Herstellerseiten und dem Fachhandel.

    Pult Kapazität Workflow Ökosyst. P/L Zuverl. Gesamt /5
    grandMA3 full-size 5.0 4.8 4.9 3.5 4.8 4.6 ★★★★½
    grandMA2 full-size (nicht mehr produziert) 4.6 4.7 4.6 4.0 4.7 4.5 ★★★★½

    Häufige Fragen

    Ist grandMA für Einsteiger geeignet?

    Der Einstieg gelingt über onPC und die MA University. Die Plattform ist tief, aber gut dokumentiert; die Grundlagen lassen sich zügig erlernen.

    grandMA2 oder grandMA3?

    Die grandMA3 ist die zukunftssichere Wahl; die grandMA2 (oder eine grandMA3 im MA2-Modus) bleibt für bestehende Setups und den Gebrauchtmarkt relevant.

    Ist grandMA ein professionelles Lichtpult?

    Ja — eines der führenden überhaupt. Mehr zu Profi-Pulten im Beitrag Lichtpult.

    Bildnachweis: MA Lighting

  • DMX Controller Software für Profis (onPC)

    DMX Controller Software für Profis (onPC)

    Professionelle DMX Controller Software ist im Kern die PC-Version eines Lichtpults (onPC). Damit programmieren Sie eine Show offline am Laptop, fahren ein kleines Rig über ein Hardware-Interface oder halten ein Backup des großen Pults bereit — in derselben Umgebung, die Profis ohnehin kennen. Mit den Gratis-Apps für DJs hat das wenig zu tun. Den Gesamtrahmen liefert unser Ratgeber zu DMX Controllern für Profis.

    MA Lighting grandMA3 onPC command wing
    Foto: MA Lighting

    Was „onPC“ bedeutet

    Die führenden Hersteller bieten eine Software-Version ihrer Konsole — meist onPC genannt. Sie läuft mit derselben Software wie das Hardware-Pult, sodass eine Show-Datei ohne Umwege zwischen Laptop und Konsole wandert.

    Die Software der großen Plattformen

    • ETC Eos — Eos Nomad (PC/Mac).
    • ChamSys — MagicQ PC.
    • High End / Hog — Hog 4PC.
    • MA Lighting — grandMA onPC.

    Die Ausgabe an echtes DMX und die Zahl der Universen hängen von Lizenz bzw. Dongle ab.

    Warum Profis sie nutzen

    • Offline programmieren — die Show vor dem Aufbau bauen.
    • Schulung — die echte Umgebung lernen, ohne ein Pult zu blockieren.
    • Backup — ein Laptop mit onPC ist eine günstige Absicherung.
    • Günstiger Einstieg — der preiswerteste Weg in eine Profi-Plattform.

    Software plus Hardware

    Für echtes DMX braucht die Software einen Hardware-Weg: einen Hersteller-Dongle, einen Netzwerk-Node (Art-Net/sACN zu DMX) oder ein Command Wing. Die Software programmiert, das Interface gibt aus.

    Der Signalweg: von der Software zum Scheinwerfer

    Eine DMX-Controller-Software programmiert die Show, gibt aber selbst kein DMX aus — dafür braucht sie einen Hardware-Weg. Üblich sind drei Varianten: ein Hersteller-Dongle, der die Ausgabe freischaltet; ein Netzwerk-Node, der Art-Net/sACN aus dem Rechner in klassisches DMX für die Scheinwerfer wandelt; oder ein Wing, das zusätzlich physische Fader und Encoder liefert. Die Software denkt, das Interface gibt aus — und die Zahl der freigeschalteten Universen hängt an der Lizenz.

    Einsatzszenarien in der Praxis

    Am wertvollsten ist onPC beim Vorprogrammieren: Sie bauen die komplette Show am Laptop, bevor das Rig überhaupt steht, und sparen teure Bühnenzeit. Dazu kommen Schulung (die echte Umgebung lernen, ohne ein Pult zu blockieren), Backup (ein vorbereiteter Laptop als Absicherung) und der günstige Einstieg in eine Profi-Plattform. Für grandMA-Anwender ist grandMA3 onPC der direkte Weg in dieses Ökosystem.

    Software ersetzt nicht jede Bedienoberfläche

    Zur Vorbereitung und als Backup ist onPC hervorragend. Als Hauptpult im Dauereinsatz stößt reine Maus-/Tastaturbedienung aber an Grenzen — dann fehlt die direkte Haptik von Fadern und Encodern. Ein Command Wing oder ein kompaktes Pult schließt diese Lücke, während die Software das Rechenwerk bleibt.

    Visualizer und Pre-Visualization

    Der große Hebel von Software liegt in der Kopplung mit einem 3D-Visualizer: Sie sehen Ihre programmierte Show am Bildschirm, bevor ein einziger Scheinwerfer hängt. Manche Plattformen bringen den Visualizer mit (etwa der integrierte in grandMA3 onPC), andere koppeln externe Previz-Programme an. So lässt sich eine komplette Produktion im Büro fertig bauen und auf der Bühne nur noch feinjustieren — ein enormer Zeit- und Kostenvorteil.

    Show-Dateien, Versionen und Backup

    Weil onPC dieselbe Software wie das Pult nutzt, ist die Show-Datei das zentrale Bindeglied: Sie wandert zwischen Laptop und Konsole hin und her. Angewöhnen sollten Sie sich sauberes Versionieren und regelmäßige Backups auf USB-Stick — eine verlorene oder beschädigte Show-Datei kostet mehr als jede Hardware. Achten Sie außerdem darauf, dass Software-Version auf Laptop und Pult zusammenpassen.

    Das passende Hardware-Interface

    Zur Ausgabe stehen mehrere Wege: ein kleiner USB-Dongle für wenige Universen, ein Netzwerk-Node für größere Rigs oder ein Wing mit echter Haptik. Ihre Wahl richtet sich nach Universenzahl und danach, ob Sie live fahren oder nur programmieren.

    Häufige Fragen

    Welche Software gehört zu welchem Pult?

    ETC Eos nutzt Eos Nomad, ChamSys MagicQ PC, High End/Hog die Hog-4PC-Software und MA Lighting grandMA onPC. Alle laufen mit derselben Software wie die zugehörige Hardware.

    Ist Profi-Software kostenlos?

    Manche Versionen sind gratis zum Offline-Programmieren; für die DMX-Ausgabe ist ein kostenpflichtiger Dongle bzw. eine Lizenz nötig.

    Kann Software ein vollwertiges Pult ersetzen?

    Zur Vorbereitung und als Backup ja; als Hauptpult im Dauereinsatz kommt es auf die Bedienoberfläche an — siehe Profi-Ratgeber.

  • Lichtmischpult: Funktion, Programmierung und Auswahl

    Lichtmischpult: Funktion, Programmierung und Auswahl

    Der Begriff Lichtmischpult beschreibt dasselbe Gerät wie ein Lichtpult: die Konsole, mit der eine Lichtshow programmiert und gefahren wird. Dieser Beitrag erklärt, wie ein Lichtmischpult funktioniert, wie man es programmiert und worauf es bei der Auswahl ankommt. Den Kaufüberblick finden Sie im Beitrag Lichtpult; den großen Rahmen im Ratgeber zu DMX Controllern für Profis.

    ETC ColorSource 20 et 40
    Foto: ETC

    Wie ein Lichtmischpult funktioniert

    Ein Lichtmischpult sendet über DMX512 Steuerbefehle an die Scheinwerfer. Jeder Kanal steht für eine Eigenschaft (Helligkeit, Farbe, Position …). Das Pult bündelt diese Kanäle zu Geräten (Fixtures), die Sie als Einheit ansprechen — die Grundlage jeder effizienten Programmierung.

    Ein Lichtmischpult programmieren

    Die Programmierung läuft im Kern in drei Schritten:

    • Patchen — die angeschlossenen Geräte und ihre DMX-Adressen anmelden.
    • Stimmungen/Cues bauen — Lichtbilder als abrufbare Zustände speichern.
    • Wiedergabe — Cues live auf Fadern, Tasten oder als zeitgesteuerte Sequenz auslösen.

    Profi-Plattformen arbeiten dabei meist cue-basiert (Tracking), sodass eine Show jeden Abend identisch läuft.

    Digital und per Software

    Moderne Lichtmischpulte sind digital und lassen sich häufig auch als Software (onPC) am Computer betreiben — zum Vorprogrammieren offline oder als Backup. Mehr dazu in unserem Software-Beitrag.

    Das richtige Lichtmischpult wählen

    Größe der Produktion, Anzahl der Geräte (vor allem Moving Heads), verfügbares Bedienpersonal und Budget bestimmen die Wahl. Die Kriterien im Detail — und die Plattformen im Vergleich — finden Sie im Profi-Ratgeber.

    Fixtures, Attribute und Presets

    Effizientes Programmieren beginnt beim Fixture: Das Pult bündelt die vielen DMX-Kanäle eines Scheinwerfers zu einem Gerät, dessen Attribute (Dimmer, Farbe, Pan/Tilt, Gobo …) Sie direkt ansprechen — nicht mehr die nackten Kanäle. Wiederkehrende Werte speichern Sie als Presets (etwa eine bestimmte Farbe oder Position). Ändert sich später ein Preset, ziehen alle darauf aufbauenden Cues automatisch nach. Genau diese Abstraktion macht große Shows mit vielen Moving Heads überhaupt beherrschbar.

    Einsatzszenarien und Plattformwahl

    Für cue-basiertes Theater ist ETC Eos der Bezugspunkt, für Tournee und Event grandMA. Kleine, feste Anlagen kommen mit einem Einsteiger-Controller aus. Die Auswahlkriterien — Produktionsgröße, Geräteanzahl, verfügbares Bedienpersonal und Budget — vertieft unser Profi-Ratgeber; den reinen Kaufüberblick liefert der Beitrag Lichtpult.

    Vom Pult zum Scheinwerfer: Signalweg und Netzwerk

    Das Signal verlässt das Pult als DMX oder — bei größeren Rigs — als Art-Net/sACN über Ethernet und wird von einem Node an der Bühne in DMX gewandelt. Auf dem letzten Stück zählen ordentliche DMX-Kabel, ein sauberer Leitungsabschluss und passendes Zubehör. Drahtlose Strecken übernimmt Funk-DMX.

    Effekt-Engines: Bewegung ohne Handarbeit

    Ein großer Teil moderner Lichtshows lebt von Bewegung und Rhythmus — und die programmiert man nicht Cue für Cue von Hand, sondern über die Effekt-Engine des Pults. Sie erzeugt mathematisch geführte Verläufe (Wellen, Kreise, Farbregenbögen, Chases) über eine ganze Gruppe von Geräten, mit einstellbarer Geschwindigkeit, Größe und Phasenverschiebung. Ein einziger Effekt kann so Dutzende Scheinwerfer in einer sauberen Welle laufen lassen. Das spart Zeit und macht Shows lebendig — Voraussetzung ist ein Pult mit leistungsfähiger Engine, wie es die Profi-Plattformen bieten.

    Timecode und automatisierte Shows

    Muss Licht exakt zu Musik oder Video sitzen, koppeln Sie das Pult per Timecode (etwa SMPTE/MIDI) an die Zuspielung. Cues laufen dann sekundengenau automatisch ab — unverzichtbar bei Musicals, TV-Produktionen und großen Show-Acts. Für den reinen Theaterbetrieb genügt oft die manuelle Go-Taste; die Automatisierung ist eine Frage des Anspruchs.

    Der Programmier-Workflow in der Praxis

    In der Praxis folgt fast jede Programmierung demselben Bogen: patchen, dann Gruppen und Presets anlegen (Farben, Positionen, Beams), daraus Cues oder Sequenzen bauen und schließlich die Wiedergabe auf Fadern und Tasten organisieren. Wer diese Reihenfolge sauber einhält, arbeitet auf jedem Pult schneller und macht weniger Fehler.

    Le Faisceau Bewertung — Lichtmischpulte für den Einstieg

    Bewertet nach unserer Le-Faisceau-Methode (Kapazität 25 % · Programmierung und Workflow 30 % · Ökosystem und Netzwerk 15 % · Preis-Leistung 20 % · Zuverlässigkeit und Support 10 %). Technische Daten und Preise stammen von den Herstellerseiten und dem Fachhandel.

    Pult Kapazität Workflow Ökosyst. P/L Zuverl. Gesamt /5
    ChamSys QuickQ 20 (ersetzt durch QuickQ 20+) 3.4 4.3 4.0 4.7 4.3 4.1 ★★★★☆
    Zero 88 FLX S24 🏆 Beste Wahl 3.6 4.4 4.3 4.6 4.5 4.2 ★★★★☆
    ETC ColorSource 20 3.2 4.2 4.3 4.6 4.7 4.1 ★★★★☆

    🏆 Beste Wahl : Zero 88 FLX S24 — höchste Gesamtbewertung (4.2/5).

    Häufige Fragen

    Was heißt „patchen“?

    Patchen ist das Anmelden der angeschlossenen Geräte und ihrer DMX-Adressen am Pult — die Voraussetzung, damit das Pult jedes Fixture korrekt anspricht. Mit GDTF-Bibliotheken geht das heute weitgehend automatisiert.

    Lichtmischpult oder Lichtpult?

    Zwei Wörter, ein Gerät. „Lichtpult“ ist heute der gängigere Profi-Begriff; den Kaufüberblick liefert unser Beitrag Lichtpult.

    Kann man ein Lichtmischpult am PC programmieren?

    Ja — viele Plattformen bieten eine PC-Version (onPC).