Avolites steht seit Jahrzehnten für Lichtpulte, die vor allem im Live-Bereich geschätzt werden: schnelles Busking, direkte Fader-Arbeit, eine Oberfläche, die auf spontanes Fahren ausgelegt ist. Mit der Übernahme durch Robe und einer deutlich erneuerten Produktpalette hat sich die Marke in den letzten Jahren neu aufgestellt. Dieser Artikel ordnet die aktuellen Titan-Pulte ein – als Analyse auf Basis von Herstellerangaben und Anwenderfeedback.

Avolites: Herkunft und Eigentümer
Avolites wurde 1976 gegründet und sitzt in Park Royal, London. 1991 folgte ein Management-Buy-out, am 6. Juni 2023 übernahm Robe Lighting das Unternehmen vollständig. Seitdem sind Pulte und Mediaserver von Avolites Teil desselben Konzerns wie die Robe-Scheinwerfer – ein Punkt, der für Verleiher mit Robe-Parks interessant sein kann, auch wenn die Pulte selbstverständlich herstellerunabhängig jedes DMX-Gerät steuern.
Titan: ein Betriebssystem für alle Pulte
Alle aktuellen Avolites-Pulte laufen mit dem Betriebssystem Titan. Das Online-Handbuch dokumentiert derzeit die Version 19.0. Wie bei ChamSys gilt: Wer ein Titan-Pult beherrscht, findet sich auch auf den anderen Modellen der Marke zurecht. Anwender schätzen an Titan vor allem die Ausrichtung auf Playback-Fader, die beim Busking den direkten Zugriff erleichtert.
Neben den Pulten listet Avolites auch die mobile Lösung Titan Mobile sowie die kompakten Modelle T1, T2 und T3.
Die aktuellen Avolites-Pulte
Diamond 9 (D9-330 und D9-215)
Die 2021 vorgestellte Diamond-9-Serie ist die Spitze der Avolites-Palette. Die D9-330 bietet 30+2 Fader von Penny & Giles, drei 15,6-Zoll-Touchscreens plus drei 4,3-Zoll-Displays und 70 Encoder – bei einem Gewicht von 68 kg ein klares Großproduktionspult. Die D9-215 ist mit 15+2 Fadern und zwei 15,6-Zoll-Bildschirmen die kleinere Variante und wiegt 54 kg. Andere Diamond-9-Varianten gibt es nicht.
Diamond 7 (D7-330 und D7-215)
Die Diamond-7-Serie wurde 2024 vorgestellt und ist eine aktuelle Pultgeneration, kein älteres Modell. Die D7-330 hat 30 motorisierte Fader und drei 14-Zoll-Bildschirme bei 24,5 kg. Sie ist damit deutlich leichter als die D9-330 und für Tourneen interessant, bei denen Gewicht und Frachtkosten zählen. Die D7-215 ergänzt die Serie als kleineres Modell.
Arena
Die Arena ist ein Fader-Pult im klassischen Sinn: 40 nicht motorisierte Fader, ein 15,6-Zoll-Hauptbildschirm plus 7-Zoll-Display, 8 DMX-Ausgänge und 16 Universen über Art-Net und sACN, erweiterbar mit TitanNet Processors. Sie wiegt 23 kg. Sie spricht vor allem Anwender an, die viele Playbacks physisch vor sich haben möchten. Den allgemeinen Marktüberblick bietet unser Ratgeber Lichtpult kaufen.
Tiger Touch II
Das Tiger Touch II ist seit Jahren eines der bekanntesten Avolites-Pulte. Es bietet einen 15,6-Zoll-Touchscreen, 4 DMX-Ausgänge und 16 Universen – mit TitanNet Processors bis zu 64. Mit 15,2 kg ist es ein kompaktes, gut transportables Pult für Events und kleinere Tourneen.
D3-Serie (D3-010 und D3-110)
Die 2025 eingeführte D3-Serie bildet den kompakten Einstieg in Titan. Die D3-110 verarbeitet 24 Universen, hat einen 12,1-Zoll-Bildschirm und 10 Fader und wiegt nur 8,7 kg. Die D3-010 ergänzt die Serie.
Vergleich der wichtigsten Modelle
| Modell | Fader | Bildschirme | Universen | Gewicht |
|---|---|---|---|---|
| D9-330 | 30+2 (Penny & Giles) | 3 × 15,6 + 3 × 4,3 Zoll | – | 68 kg |
| D9-215 | 15+2 | 2 × 15,6 Zoll | – | 54 kg |
| D7-330 | 30 motorisiert | 3 × 14 Zoll | – | 24,5 kg |
| Arena | 40, nicht motorisiert | 15,6 + 7 Zoll | 16 (mit TitanNet Processors mehr) | 23 kg |
| Tiger Touch II | – | 15,6 Zoll | 16 (bis 64 mit TitanNet Processors) | 15,2 kg |
| D3-110 | 10 | 12,1 Zoll | 24 | 8,7 kg |
Ein Strich bedeutet, dass der Hersteller den Wert auf der Produktseite nicht in dieser Form angibt. Preise für Avolites-Pulte nennen wir hier bewusst nicht: Sie sind auf Anfrage beim Fachhandel erhältlich und variieren je nach Ausstattung und Paket.
Mediaserver und weitere Produkte
Avolites ist nicht nur Pulthersteller. Die Marke bietet auch Mediaserver an, darunter Q3, Q3pro und Qgen, sowie AvoKey. Außerdem listet Avolites weiterhin die Sapphire Touch und die Quartz. Wichtig zur Einordnung: Avolites hat nie d3/disguise übernommen – die Namensähnlichkeit mit der D3-Pultserie führt gelegentlich zu Verwechslungen.
Avolites im Vergleich zu ChamSys, MA und Hog
Im Live-Segment konkurriert Avolites vor allem mit ChamSys, grandMA3 und den Hog-Pulten von ETC. Grob lässt sich sagen:
- Avolites punktet bei Anwendern, die viel über Fader und spontan fahren.
- ChamSys bietet mit dem kostenlosen MagicQ PC den günstigsten Einstieg in die Software – mehr dazu im Überblick ChamSys-MagicQ-Lichtpulte.
- grandMA3 ist auf großen Produktionen häufig im Rider gefordert – siehe grandMA3: alle Modelle.
- Hog hat eine treue Anhängerschaft im Konzertbereich – siehe Hog-Lichtpulte heute.
Welche Arbeitsweise Ihnen liegt, klären Sie am besten mit der jeweiligen Offline-Software, bevor Sie Hardware kaufen. Eine Übersicht der kostenlosen Programme finden Sie im Artikel kostenlose Lichtpult-Software.
Welches Avolites-Pult passt zu Ihnen?
- Kleine Events, Clubs, Einstieg: D3-110 – leicht, 24 Universen, volle Titan-Umgebung.
- Events und kleinere Tourneen: Tiger Touch II, mit Option auf mehr Universen über TitanNet Processors.
- Viele direkte Fader ohne Motoren: Arena.
- Tourneen mit Gewichtsbudget: D7-330.
- Großproduktionen: D9-215 oder D9-330.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Bevor Sie sich für ein Modell entscheiden, lohnt ein nüchterner Blick auf den tatsächlichen Bedarf:
- Universen: Zählen Sie die Kanäle Ihres Rigs im gewünschten DMX-Modus und planen Sie Reserve ein. Die Grundlagen dazu erklärt unser Artikel DMX512 erklärt.
- Motorisierte Fader: Wer viele Seiten und Cue-Listen nutzt, profitiert von Motorfadern, die beim Seitenwechsel ihre Position übernehmen. Die Arena verzichtet bewusst darauf.
- Gewicht und Transport: Zwischen der D3-110 mit 8,7 kg und der D9-330 mit 68 kg liegen Welten – auch beim Flightcase und bei den Frachtkosten.
- Rider und Personal: Klären Sie, welche Pulte Ihre Operatoren beherrschen und welche in den Ridern Ihrer Kunden stehen.
Fazit
Avolites hat seine Palette unter dem Dach von Robe klar strukturiert: Diamond 9 für die großen Bühnen, Diamond 7 als leichtere Tourlösung, Arena und Tiger Touch II für Events und die D3-Serie als kompakter Einstieg. Alle Pulte teilen das Betriebssystem Titan, was Umstiege innerhalb der Marke erleichtert. Wer vor allem live und spontan fährt, sollte Avolites unbedingt in die engere Wahl nehmen.
Häufige Fragen
Wem gehört Avolites?
Avolites wurde 1976 gegründet und am 6. Juni 2023 vollständig von Robe Lighting übernommen. Der Sitz ist Park Royal in London.
Welches Betriebssystem nutzen Avolites-Pulte?
Alle aktuellen Avolites-Pulte laufen mit Titan. Das Online-Handbuch dokumentiert derzeit die Version 19.0.
Ist die Diamond 7 ein älteres Modell als die Diamond 9?
Nein. Die Diamond 9 kam 2021, die Diamond 7 wurde 2024 vorgestellt und ist eine aktuelle, leichtere Pultgeneration.
Wie viele Universen hat das Tiger Touch II?
Das Tiger Touch II verarbeitet 16 Universen direkt und bis zu 64 mit TitanNet Processors. Es hat 4 DMX-Ausgänge und wiegt 15,2 kg.
Quellen — Avolites – Produktübersicht, Avolites Tiger Touch II, Avolites Arena, Avolites D9-330, Wikipedia: Avolites.












